Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln aus üblicherweise Titan, die in der Regel in den Kieferknochen (ennossale Implantate) eingedreht werden und innerhalb von 3 bis 6 Monaten im umgebenden Knochen einheilen (Osseointegration). Man unterscheidet zwischen Sofortimplantaten-direkt nach Zahnverlust-, verzögerten Implantaten -4 bis 6 Wochen nach Zahnverlust- und Spätimplantaten -nach Verknöcherung der Alveole. Sofortimplantate können nur angewendet werden, wenn direkt nach der Extraktion des Zahnes die Alveole entzündungsfrei ist und sind zu empfehlen, um Knochen und das umliegende Weichgewebe zu erhalten, was bei späterer Implantation durch Nichtbelastung immer zurückgeht. Eine Sofortbelastung ist bei günstigen Verhältnissen im vorderen Unterkieferbereich in besonderen Fällen möglich, ansonsten ist erst eine Belastung nach der Einheilphase möglich. Es gibt zur Zeit weit mehr als 200 verschiedene Implantatsysteme, die Erfolgssicherheit soll bei 10 jähriger funktioneller Beanspruchung bei bis zu 98% (Branemark et al 1990) liegen. Auf die Implantate können dann Zahnkronen geschraubt oder zementiert werden. Ebenso können Druckknöpfe, Stege, Doppelkronen oder Magnete an den Implantaten befestigt werden, die die Verankerung der Prothese (Teil- oder Totalprothese) ermöglichen.
Es gibt insgesamt zwölf Faktoren, die für eine erfolgreiche Behandlung berücksichtigt werden müssen:
1. Patientenselektion, d.h. die allgemeinmedizinischen und lokalen Indikationen müssen überprüft werden
2. Knochenquantität, d.h. es muss genung Knochen da sein, da die Kieferhöhle und der Nasenboden im Oberkiefer und im Unterkiefer der Canalis mandibularis-mit dazugehörigen Nerven- limitierend sind
3. Knochenqualität, d.h. es sollte möglichst fester Knochen da sein, viel Kompakta und wenig Spongiosa-Unterkiefer ist daher besser als der Oberkiefer
4. Implantatmaterial, d.h. das Implantat muss mechanisch fest sein, biologisch kompatibel und stabil sein-Titan ist derzeit der Standard
5. Implantatoberfläche, d.h. die Oberfläche sollte etwas porös sein (70 bis 100 Mikrometer Porendurchmesser), damit Knochen einwachsen kann. Im Bereich der Schleimhaut soll die Oberfläche glatt sein, um die Plaqueanlagerung gering zu halten
6. Implantatform, es gibt Blatt-, Nadel-, Schrauben-,Zylinder- und zahnwurzelförmige Implantate
7. Implantationsplanung, das Implantat soll dort hin, wo später eine Zahnkrone hin soll und nicht dorthin, wo der meiste und beste Knochen ist
8. chirugisches Vorgehen, der Erfolg hängt auch von der Erfahrung und Ausbildung des Operateurs ab
9. Suprastruktur, d.h. der Erfolg hängt auch von dem ab, was auf das Implantat gesetzt wird.
10. Okklusion, das Implantat sollte möchlichst nur axial wie ein normaler Zahn belastet werden und vor allem nicht überbelastet werden
11. Mundhygiene, wichtig: Das Implantat muss wie ein normaler Zahn gepflegt werden, das umliegende Gewebe kann sich auch wie bei einem Zahn entzünden und infolgedessen zurückziehen
12. Nachsorge, ganz wichtig: regelmässige Kontrolle der Mundhygiene und des Implantates durch den Zahnarzt