Zahnimplantate

Seit langem versuchen Menschen, Zahnlücken zu schließen: zunächst mit Hilfe von Tierzähnen oder denen anderer Menschen (Naturzähne waren lange Zeit ein begehrtes Handelsobjekt), schließlich jedoch mit anderen Materialien, wie Metallen, Kunststoffen, Keramik und Ähnlichem. Heute wird aufgrund seiner guten Körperverträglichkeit vor allem Titan als Implantatmaterial verwendet. Außerdem sind Implantate aus Aluminiumoxidkeramik und Kalziumhydroxylapatit verbreitet.

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln

Knopf im Mund - und weiter? – Nach erfolgter Implantation müssen die künstlichen Wurzeln mit dem Naturknochen verwachsen. Dies geschieht in der Regel problemlos und ohne Abstoßungsreaktionen. Gefahrenquelle für diesen wichtigen Prozess sind in erster Linie bakterielle Infektionen an der Kontaktstelle zwischen Implantat und Zahnfleisch, die zur so genannten Periimplantitis führen und den Halt des Implantats gefährden können. Ausgangspunkt dieser Entzündungen sind zumeist bereits vorhandene Erkrankungen anderer Zähne, bespielsweise Parodontitis, oder schlichtweg die Plaque genannten bakteriellen Zahnbeläge, die bei unzureichender Mundhygiene entstehen.

Erst wenn die Implantate starr mit dem Knochenapparat verwachsen sind und auch nach erfolgter Einheilung keine Entzündungen diagnostiziert werden, ist die Implantation erfolgreich abgeschlossen und die eigentliche prothetische Versorgung beginnt. Hier gibt es in Abhängigkeit von der Art der zu füllenden Lücke eine Vielzahl von Ersatzarten und -materialien. Ob Einzelkrone oder Brücke, die Spielarten sind vielfältig und müssen von Fall zu Fall auf die Situation und die Kassenlage der Patientin, des Patienten zugeschnitten werden. Eine ausführliche Material- und Formenkunde bietet der Workshop "Prothetik", der die Workshop-Reihe abschliessen wird.

Für Implantatpatientinnen und -patienten gibt es keine Altersgrenze, da Implantate grundsätzlich risikolos einsetzbar sind. Sie machen aber eine gute Pflege erforderlich. Daher ist eine gründliche Mundhygiene und die Teilnahme an der halbjährlichen Prophylaxebetreuung in der Zahnarztpraxis unerlässlich.

In der Bundesrepublik Deutschland führen etwa 6.000 der insgesamt 63.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte implantologische Behandlungen durch.

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