Seit langem versuchen Menschen, Zahnlücken zu schließen: zunächst mit Hilfe von Tierzähnen oder denen anderer Menschen (Naturzähne waren lange Zeit ein begehrtes Handelsobjekt), schließlich jedoch mit anderen Materialien, wie Metallen, Kunststoffen, Keramik und Ähnlichem. Heute wird aufgrund seiner guten Körperverträglichkeit vor allem Titan als Implantatmaterial verwendet. Außerdem sind Implantate aus Aluminiumoxidkeramik und Kalziumhydroxylapatit verbreitet.
Implantate sind "künstliche Zahnwurzeln", mit deren Hilfe festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz befestigt wird. Sie werden operativ in den Kieferknochen eingebracht. Um ihren Halt im Knochen zu verbessern, werden die Implantatoberflächen angeraut und die Knochensubstanz mineralisiert, das heißt, durch eine Mineralienschicht zum Wachstum stimuliert, um so das Implantat fest zu umschließen. In dem Bestreben, der natürlichen Form der Zahnwurzel möglichst nahe zu kommen, haben sich als Grundformen für Implantate Schrauben und Zylinder weitgehend durchgesetzt. Sie werden allerdings vielfach modifiziert und miteinander zu Stufenschrauben, Zylinderschrauben, Stufenzylindern und Ähnlichem kombiniert.
Gegenwärtig sind weltweit mehr als einhundert verschiedene Implantatsysteme im Handel, die sich in zwei große Systemgruppen einteilen lassen: die einphasigen Systeme - dabei werden in einem Zug Implantat und prothetischer Aufbau eingesetzt, die Einheilung findet also bereits unter der Endkonstruktion statt; und die zweiphasigen, bei denen zwischen dem Einsetzen des Implantates und dem Aufsetzen der endgültigen Prothese eine Einheilzeit von bis zu sechs Monaten eingerechnet wird. In dieser Zeit wird die Lücke in der Regel mit einem Provisorium, beispielsweise einer Klammerprothese, überbrückt, um Belastungen, zum Beispiel beim Kauen, von der Operationsstelle fern zu halten.
Dank neuer Verankerungsmethoden ermöglichen Implantate jedoch immer schneller eine problemlose Nutzung des Kau-Apparates. Am 13. Oktober 2000 stellte eine Gruppe von Zahnmedizinern von der Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Göttingen unter der Leitung von Professor Wilfried Engelke sogenannte "Satellitenimplantate" vor, die wesentlich schneller wieder zum Kauen benutzt werden können als die herkömmlichen "Zentralimplantate". Bei diesem Verfahren werden über kleine Mikroplatten unterhalb des Zahnfleisches spezielle Aufbauteile zusätzlich auf die Zentralimplantate aufgesetzt und mit Halteschrauben, eben den Satellitenimplantaten, im Knochen verankert. Hierdurch verlagert sich der Belastungsdruck von dem eigentlichen Implantat weg zu den "Satelliten". Um diese Ausführungsform der Implantate einzusetzen, ist nur ein vergleichsweise geringer chirurgischer Mehraufwand notwendig. Vor allem Patienten mit insgesamt schlechten Voraussetzungen zur Implantation soll so geholfen werden. Aufgrund ihrer kleinen Dimensionierung sind Satellitenimplantate auch in anatomisch sehr engen Räumen, wie zum Beispiel Zahnzwischenräumen, anzubringen. Für die Einheilungszeit der Implantate ist dann kein herausnehmbarer Zahnersatz mehr nötig.